Depression – Therapie

Einleitend sei gesagt, dass wir für akute Fälle gerade die Kategorie „Hilfe“ aufbauen. Im folgenden geht es eher um längerfristige Therapien und Strategien gegen die Depression.

Infografik Therapie Therapieformen Depression

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Was ist Therapie?

Der Begriff „Therapie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich soviel wie „dienen, pflegen und heilen“. Im philosophischen Sinne bedeutet Therapie „Begleitung auf dem Weg zur Heilung“. Damit ist jedes direkte oder indirekte Einwirken des Therapierenden gemeint, was den Erkrankten bei seiner Genesung unterstützt.
In unserem heutigen Gesundheitssystem werden alle Behandlungen als Therapie bezeichnet, die von einer durch staatliche Prüfung autorisierten Person oder Instanz (z.B. Psychotherapeut, Klinik, Heilpraktiker etc.) ausführt werden. Personen, die nicht staatlich autorisiert sind, ist es „juristisch“ nicht gestattet, eine Therapie durchzuführen.
Unabhängig von dieser formellen Sichtweise können aber die unterschiedlichsten Personen oder Sachverhalte therapeutische Wirkung im Zusammenhang mit der Depression entfalten:

  • ein freundliches Wort des Partners,
  • manchmal auch nur das freundliche Lächeln eines Fremden,
  • eine Umarmung oder
  • ein Buch.

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Therapieverfahren gegen die Depression. Aber auch bei der Therapie der Depression gilt: Es kommt im höchsten Maße auf die einzelne Person und die Persönlichkeit des Betroffenen an. Eine pauschale Empfehlung, welche Therapie die beste ist, ist somit auf seriöser Basis unmöglich.

Arten von Therapien

  • Zunächst kann man zwischen ambulanten und stationären Therapien unterscheiden, wobei sich die ambulanten Therapien regelmäßig auch im stationären Umfeld integrieren lassen.
  • Eine weitere Kategorisierung, die sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hat ist die Unterscheidung in „Westliche Therapieformen“ und „Östliche Therapieformen“. Diese Bezeichnungen sind eher etwas irreführend. Meist ist mit westlicher Medizin eine wissenschaftlich basierte Schulmedizin gemeint, während unter „östlichen Therapieformen“ oft pauschal die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verstanden wird.
  • Treffender erscheint die Unterscheidung in schulmedizinische Therapien und Erfahrungsheilkunde.
  • Die geläufigste Unterscheidung der Therapieverfahren in der Literatur ist die Unterscheidung in „Medikamentöse Therapie“, „Psychotherapie“ und ergänzende Therapien und wird von „westlichen“ Therapieformen dominiert. Hierbei erhalten aber auch die östlichen Therapieformen – zum Glück für die Patienten – zunehmend mehr Einzug in die universitäre Schulmedizin.

Überblick über „westliche“ Therapieverfahren

Im folgenden erfolgt ein kurzer Überblick über die „westlichen Therapieverfahren“ bei Depressionen. Traditionell werden die Therapieverfahren der westlichen Medizin unterteilt in „Medikamentöse Therapie“, „Psychotherapie“ und ergänzende Therapien, die je nach Krankheitsbild der Depression und Schweregrad der Depression kombiniert werden können.

Medikamentöse Therapien

Medikamente, die speziell gegen die Depression entwickelt wurden, heißen Antidepressiva. Es gibt aber nicht das eine Medikament, welches gegen Depressionen verschrieben wird. Bei einer medikamentösen Therapie handelt es sich immer um eine individuelle Medikation, bei der partiell auf auch weitere Medikamente zurückgegriffen wird. Antidepressiva beeinflussen den Hirnstoffwechsel, in dem Sie die Menge und Aktivität von Botenstoffen (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Melatonin ) regulieren. Auf diesem Weg soll die gestörte Kommunikation zwischen Nervenzellen korrigiert werden. Wirkungsweise und Arten von verschiedenen Antidepressiva würden den Rahmen dieses Artikels sprengen, und werden zeitnah gesondert behandelt.

Psychotherapie

Bei der Psychotherapie ist sehr entscheidend, dass zwischen Betroffenem und Therapeut eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden kann. Im Rahmen von Psychotherapien sollen negative Einstellungen, Denk- und Verhaltensweisen erkannt und positiv verändert werden.
Grundsätzlich gibt es hierfür verschiedene psychotherapeutische Verfahren, die zum Einsatz kommen können.

  • Kognitive Therapie
  • Verhaltenstherapie
  • Interpersonelle Therapie
  • Tiefenpsychologie

Auch bei der Auswahl der Therapieform gibt es kein Patentrezept für die Auswahl einer geeigneten Methode. Die Methode hängt vom Betroffenen und seiner Ausgangssituation bzw. seinem individuellen Krankheitsbild ab. Die Beschreibung der einzelnen Therapieformen würde hier den Rahmen sprengen und erfolgt in gesonderten Artikeln.

Ergänzende Therapien

In der Schulmedizin kommen insbesondere bei schweren Depression noch folgende ergänzende Therapieverfahren zum Einsatz. Ihnen ist gemeinsam, dass auch sie auf die Beeinflussung von Botenstoffen im Gehirn abzielen.

  • Lichttherapie
  • Elektrokrampftherapie (EKT)
  • Transkranielle Magnetstimulation
  • Schlafentzugstherapie

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2 Responses

  1. Westphal sagt:

    Hallo,
    Ein wirklich gut gemachter Artikel welcher Depressiven und deren Angehörigen eine gute Unterstützung sein wird.
    Schade nur, dass bei der Aufzählung der Therapieformen auf die Hypnose Therapie nicht eingegangen wurde.

    Diese wissenschaftlich bestätigte Tiefenpsychologische Therapieform ist, wie ebenfalls wissenschaftlich belegt, eine sehr hilfreiche und nützliche Form der Behandlung.

    Schon deshalb, weil in kürzester Zeit Ängste zum Teil vollkommen aufgelöst und Selbstwert gesteigert werden kann.

    Das ist gerade bei Depressionen sehr hilfreich in der Therapie da dies die Suizidrate und -gefahr deutlich senkt.

    Selbstverständlich sollte hier ein entsprechend psychologisch ausgebildeter Arzt oder Heilpraktiker gewählt werden. Diese sind meist schon wegen ihrer Sonderstellung und Spezialisierung regelmäßig auf Fort- u. Weiterbildungen um auf dem Markt bestehen zu können…

    Ja, hier muss in den meisten Fällen die Therapie aus der eigenen Tasche bezahlt werden da die Kassen hier nicht eintreten.
    Die Psychiater planen gerne hunderte von Sitzungen über Jahre ein, Hypnotiseure wenige Monate und Sitzungen im 2 stelligem Bereich!

    Siehe hierzu auch die Studie des Wissenschaftlers Alfred A. Barrois zum Leistungsverhältnis der 3 wichtigen Therapieformen: Psychoanalyse, Verhaltenstherapie u. Hypnisetherapie

    In der Psychoanalyse haben 38% der Menschen nach 600(!!) Sitzungen eine Lösung erreicht.
    In der Verhaltenstherapie haben 72% der Menschen nach 22 Sitzungen eine Lösung erreicht.
    In der HypnoseTherapie haben 93% der Menschen nach 6 Sitzungen eine Lösung erreicht.
    (Quelle: Alfred A. Barrois, PhD, in Psychotherapy Magazine, v7n1, and in Psychotherapy: Theory, Research, and Practice, Spring 1970)

    Allen Kranken wünsche ich alles Liebe und den Angehörigen ebenso Kraft .

    Mfg
    C. Westphal

    • depressionEnde sagt:

      Hallo, lieben Dank für den sehr zielführenden Kommentar. Da unsere Webseite noch im Aufbaus ist, ist dieser um so wertvoller.
      Definitiv wird die Hypnose noch zum Thema werden.
      Viele Grüße aus HH
      FSi

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